Chronik

Rogacki in den 20er, 30er und 40er Jahren

1928 – eröffneten meine Großeltern, Paul und Lucia Rogacki, einen Räucherwarenhandel im Bezirk Wedding

1932 – sind wir hier in der Wilmersdorfer Straße, als erste Charlottenburger Aal- und Fischräucherei ansässig geworden. Seitdem ist die Herstellung von geräuchertem Fisch unsere Spezialität

1945 – Nach der Zerstörung fingen wir wieder von vorne an.

Rogacki in den 50er Jahren

1955 – Mit der Vergrößerung des Ladengeschäfts begannen wir unser Sortiment zu erweitern:Wild, Geflügel, Wurst, Fleisch.

Auszug aus der LEBENSMITTEL-ILLUSTRIERTE, Oktober 1958

Berliner sind begeisterte Fischesser.

Wie man in Berlin den Fischabsatz noch steigern kann, das zeigt die Fisch,- Wild,- und Geflügelhandlung Paul Rogacki, Wilmersdorfer Straße, die auch eine Aal- und Fischräucherei betreibt.
In dem großen hellgekachelten Laden gibt es eine reiche Auswahl an frischem und geräuchertem Fisch sowie an allen Fischkonserven Rogacki hat Verbindung mit den großen Fischereihäfen an der Küste; die Fische kommen daher stets frisch an.Dänemark liefert lbende Aale. Den besonderen Anziehungspunkt bildet aber die Räucherabteilung. Hier sorgt ein Räuchermeister dafür, daß die in langen Reihen aufgehängten Bücklinge die richtige Goldtönung erhalten und rauchfrisch an die vielen Liebhaber dieser guten Speise gelangen.
Große Nachfrage besteht neuerdings nach geräucherten Bücklingfilets, da man damit der Abneigung der Verbraucher, Gräten beseitigen zu müssen, Rechnung trägt. Manchmal befinden sich übrigens auch Spree-Aale im Rauch, Sonntagsfänge der Kunden, die hier geräuchert werden.

Eine weitere Attraktion bildet bei Rogacki die Fischbraterei. 2000 Bratheringe werden hier täglich hergestellt; außerdem werden Fleisch- und Geflügelsalate aller Art und marinierte Ware zubereitet. Die Kunden wissen die frische Ware zu schätzen und Rogacki kann eine Reihe Verkäufer und Verkäuferinnen beschäftigen, die  – im Gegensatz zu ihren amerikanischen Kollegen –   keine schwarzen Hüte, sondern weiße Mützen tragen.
Die ausgedehnten Kellerenthalten vor allem Kühl- und Tielkühlräume; sie sind durch Sprechanlage und Fahrstuhl mit dem großen Verkaufsraum verbunden.

Rogacki in den 70er Jahren

1972 – Nach dem frühen Tod meines Vaters, übernahm meine Mutter die Leitung des Geschäfts. Anläßlich des 50-jährigen Geschäftsjubiläum wurde der Betrieb umgebaut und vergrößert. Eine Käse-Brotabteilung und unser Treffpunkt für die Berliner Feinschmecker, – der Gourmetstand, kamen hinzu. Damit hat der Kunde die Möglichkeit, schon in unserem Geschäft, einige unserer Spezialitäten zu probieren.

Paul Rogacki: Senkrechtstarter in Sachen Feinkost

Von der Räucherfisch-Bude bis zum modernen attraktiven Feinkost-Super-Geschäft der mittelständischen Paul Rogacki KG. Berlin-Charlottenburg, Wilmersdorferstraße, sind genau 45 Jahre vergangen. Die renommierte “Erste Charlottenburger Aal- und Fischräucherei”, wie sich das eingessene Unternehmen heute noch nennt, ist mit der Zeit gegangen und scheute sich nicht, eine gewisse Diversifikation zu praktizieren. Man ist mit dem Sortiment so in die Breite gegangen, daß heute dem verwöhnten Feinschmecker wie dem Freund eines deftigen Happens alles offeriert werden kann.

Die Verkaufsfläche von rund 1000 m² bietet mehrere Spezialabteilungen mit Fachbedienung. Hinzu kommen eine eigene Fischräucherei, eine Salat- und Marinadenfabrikation, eine Hähnchenbraterei und eine Imbißabteilung. Aber Frischfisch, Fischdelikatessen und Räucherfische sind nach wie vor das Fundament und Mittelpunkt des Unternehmens. Die Abteilungen für Wild- und Geflügel, für Frischfleisch und Wurstwaren sowie für Tiefkühlkost sind “Accessoires”. Im Tiefkühlsortiment findet der Kunde alles, vom gefrosteten Obst und Gemüse bis zu Weinbergschnecken, Froschschenkeln und Austern.

Die Räucherei ist ein Kapitel für sich.
Die mächtigen Öfen, vom Räuchermeister Karl Lüders aus Hamburg betreut, präsentieren sich so, daß die Kunden den Räucherprozeß der “Früchte des Meeres” miterleben können. Der Räuchermeister lenkt sein Augenmerk aber nicht nur auf die Öfen, sondern auch auf die Vorbereitungen für den Räucherprozeß. So werden in einer Spezialabteilung die frischen Heringe, Aale, Forellen, Flunder, Schillerlocken und die vielen anderen Fischerten auf ihre gründliche Reinigung und fachliche Vorbereitung für das Räuchern unter die Lupe genommen. Auf Eisenrosten werden die Fische reihenweise aufgezogen und in Spezialfahrzeuge gehängt, die nach voller Bestückung dann in die Ofen geschoben werden. Aber auch der alte Räucherofen von früher wird heute noch immer benutzt. In den Verkaufsräumen drängen sich die Kunden – wie vor 45 Jahren an der einfachen Bude mit Räucherfisch -, um hier die frischgeräucherten Bücklinge, die Forellen und vor allem den Räucheraal zu kaufen.

In einer Spezialabteilung werden Salate und Marinaden von der Rohware bis zum Endprodukt unter der Aufsicht eines Fachmanns hergestellt. Umsatz-Favoriten sind die Braten-, Aufschnitt-, Salat- und Fischplatten, sogenannte Rogacki-Spezialitäten, die ebenfalls in einer Spezialabteilung versandparat für jeden festlichen Anlaß gefertigt werden. Die Spezialitäten-Küche bietet ferner stets frisch vom Grill Hähnchen und Enten. Platten und Schüsseln werden leihweise zur Verfügung gestellt, Die Rogacki-Spezialplatte für eine Person zum Preise von 12,50 DM besteht aus Aal und Forelle sowie feinstem geräucherten Ostsee-Lachs. Zu jeder Gelegenheit und immer frisch sind Kaviar-Brotscheiben sowie Brötchen mit Aufschnitt und diversen Salaten belegt. Die Platte wird ab 20 Stück Mindestabnahme geliefert. Die Bratenplatten weisen Roastbeef, Kasseler, Schweinebraten und Prager Schinken auf. Die Salatplatte bietet 18 verschiedene Artikel.

Weitere Verkaufs-Hits sind Fischgerichte in der Imbißabteilung. Hier kann der Gast alles vom Rotbarschfilet bis zum frischgeräucherten Bückling mit verschiedenen Salaten und Pommes frites bekommen, aber auch Hummer, Austern, Weinbergschnecken und andere Delikatessen. Die Kundschaft rekrutiert sich aus allen Bevölkerungsschichten. Wie ein Abteilungsleiter sagte, holt das alte Muttchen hier sein Rotbarschfilet, während Prinz Louis Ferdinand einen Räucheraal einpacken läßt. Die englische Botschaft bestellte hier den Lachs für Prinz Charles, der vor kurzem in Berlin war. Der Firmengründer Paul Rogacki war ein leidenschaftlicher Angler, und das war vielleicht der Grund dafür, warum er gerade auf den Fischverkauf verfiel.

Rogacki in den 90er Jahren

1992 – wurde der vordere Teil des Geschäfts umgebaut, eine eigene Bäckerei, sowie frisch gebrühter Kaffee, ein Treffpunkt für alle Frühaufsteher, runden das Sortiment ab.

1998 – Der Fischstand mit ca. 70 Sorten frischen sowie lebenden Fischen wird erweitert und das Programm weiter ausgebaut.

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